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Schulleben Fachoberschule

Schüler des Technikzweiges mit ihren Ergebnissen

Praxis erleben, Wissen anwenden – Fachpraktische Ausbildung der Klasse 11T

Auch in diesem Schuljahr stand für die Klasse 11T wieder die fachpraktische Ausbildung im Mittelpunkt. In den verschiedenen Werkstätten entstanden spannende Projekte, bei denen die Schülerinnen und Schüler ihr theoretisches Wissen direkt in die Praxis umsetzen und dabei zahlreiche handwerkliche und technische Fertigkeiten weiterentwickeln konnten.
In der Schreinerei wurde mit viel Sorgfalt und handwerklichem Geschick eine moderne Stehlampe gefertigt. Außerdem entstand dort das Gehäuse für das Lautsprecherprojekt – ein Werkstück, das später mit den in den anderen Fachbereichen hergestellten Komponenten zu einem funktionsfähigen Gesamtsystem zusammengefügt wurde.
Im Metallpraktikum wurde eine Spindelpresse hergestellt. Darüber hinaus fertigten die Schülerinnen und Schüler die Rückwand für den Verstärker und konnten dabei ihr Können in der Metallbearbeitung unter Beweis stellen.
Im Elektropraktikum nahm der Verstärker schließlich Gestalt an. Hier wurden die elektronischen Baugruppen bestückt, gelötet und geprüft, sodass aus den einzelnen Komponenten ein funktionierendes Gerät entstand.
Auch moderne Fertigungstechniken kamen nicht zu kurz: In der fachpraktischen Vertiefung wurden die Frontplatte des Verstärkers sowie die Lautsprechergitter zunächst am Computer in einem CAD-Programm konstruiert und anschließend mit dem 3D-Drucker hergestellt. So erhielten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in den gesamten Entwicklungsprozess – von der digitalen Konstruktion bis zum fertigen Bauteil.
Die diesjährigen Projekte waren für alle Beteiligten abwechslungsreich, anspruchsvoll und vor allem praxisnah. Sie zeigten eindrucksvoll, wie eng Theorie und Praxis miteinander verknüpft sind und wie wichtig das praktische Arbeiten für das Verständnis technischer Zusammenhänge ist.
Besonders schön war, dass jede Schülerin und jeder Schüler die selbst gefertigten Werkstücke mit nach Hause nehmen konnte. So bleiben nicht nur funktionierende Erinnerungsstücke, sondern hoffentlich auch viele positive Eindrücke an eine lehrreiche und abwechslungsreiche fachpraktische Ausbildung.

Schülergruppe in der Brauerei

Betriebsbesichtigung der Dampfbierbrauerei Zwiesel

Zum Abschluss des Schuljahres stand für die Klasse F11T im Rahmen der fachpraktischen Vertiefung noch eine besondere Exkursion auf dem Programm: die Besichtigung der Dampfbierbrauerei Zwiesel.
Im Rahmen einer äußerst interessanten Führung erhielten die Schülerinnen und Schüler von Seniorchef Dr. Dieter Pfeffer einen umfassenden Einblick in die Welt des Brauens. Dabei wurde nicht nur der gesamte Ablauf der Bierherstellung anschaulich erklärt, sondern auch die Unterschiede zwischen industriellen Großbrauereien und handwerklich arbeitenden Familienbrauereien auf abwechslungsreiche und verständliche Weise dargestellt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Führung lag auf den technischen Aspekten der Brauerei. Die zahlreichen Informationen konnten die Schülerinnen und Schüler bei der anschließenden Besichtigung der Produktionsanlagen direkt nachvollziehen und mit den theoretischen Erläuterungen verknüpfen.
Am Ende waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig: Die Betriebsbesichtigung war ein interessanter und lehrreicher Ausflug, der spannende Einblicke in den Beruf des Brauers und Mälzers sowie in die Abläufe eines traditionsreichen Brauereibetriebs ermöglichte.

Lehrkräfte mit Schüler bei der Preisverleihung

Mit Rezepten Demokratie leben: FOS Regen erhält Demokratie-Preis der PNP-Stiftung

Kulinarisch, interkulturell und demokratiebildend: Mit einem mehrsprachigen Kochbuchprojekt hat die Integrationsvorklasse (IVK) der Fachoberschule Regen die Stiftung der Passauer Neuen Presse überzeugt – und wurde am 29. Juli 2026 mit dem Demokratie-Preis ausgezeichnet. Die Ehrung nahmen Staatsminister und Schirmherr Christian Bernreiter sowie der bayerische Kabarettist und Pate Martin Frank in einem festlichen Rahmen vor. Stellvertretend für die Klasse IVK nahm Deivid Kushchenko gemeinsam mit den betreuenden Lehrkräften Marion Hartl und Miriam Weinberger die Auszeichnung inklusive 200 Euro Preisgeld entgegen.
Das prämierte Projekt verbindet Sprachförderung, Medienkompetenz und interkulturelles Lernen: Die Schülerinnen und Schüler erstellten ein professionell gelayoutetes Kochbuch mit Gerichten aus ihren Herkunftsländern sowie aus der diesjährigen Erasmus-Destination Malta – jeweils in Deutsch, Englisch und in den Muttersprachen der Lernenden. Unterstützung beim Layout kam aus dem Wahlpflichtfach International Business Studies. Möglich wurde der hochwertige Druck durch Erasmus+ und die Regener Druckerei Schaffer.
Wie sehr das Buch auch im Alltag Brücken baut, zeigte eine Kochaktion am 13. Juli 2026: Gemeinsam mit dem Berufsbildungszentrum Marienheim kochte die IVK in Regen drei Rezepte aus dem Werk und kam beim gemeinsamen Mittagessen über Kulinarik und Kultur ins Gespräch. Finanziert wurde die Aktion aus den Verkaufserlösen des Kochbuchs. Zudem spendeten die Schülerinnen und Schüler 150 Euro an Sternstunden e.V.
Die FOS Regen unterstreicht mit dem Projekt, dass Demokratiebildung dort beginnt, wo Menschen einander zuhören, zusammenarbeiten und Vielfalt wertschätzen – im Klassenzimmer ebenso wie am Esstisch.

Bild 1: Lehrerinnen der FOS Regen Miriam Weinberger und Marion Hartl, Schüler der Integrationsvorklasse Deivid Kushchenko, Stellv. Bürgermeisterin der Stadt Regen Sabrina Laschinger, Stellv. Landrat Andreas Eckl

Bild 3 und 4: Schülerinnen und Schüler des Marienheims und der Integrationsvorklasse der FOS Regen kochen und essen gemeinsam

 

Schüler vor der Anne Frank Ausstellung

„Erinnern, fragen, handeln“ — Gespräch mit Daniel Stern an der Staatlichen FOS Regen

Am Freitag, dem 10. Juli 2026, stellten Schülerinnen und Schüler der Vorklasse und der 11. Klasse Sozial der Staatlichen Fachoberschule Regen viele Fragen — zu Gast war der jüdische Mitbürger Daniel Stern, der ihnen offen Rede und Antwort stand. Er berichtete über seinen Lebenslauf, die Geschichte seiner Familie und über jüdisches Leben in Deutschland und Israel.


Daniel Stern wurde 1950 in Basel geboren. Seine Familie lebte zuvor im Raum Düsseldorf; Ende der 1920er Jahre sahen sich Angehörige zur Flucht in die Schweiz gezwungen. Drei Tanten von Herrn Stern wurden von den Nationalsozialisten deportiert und fanden dabei den Tod. Vielen anderen Verwandten gelang es, zu emigrieren — unter anderem nach Südamerika, Nordamerika und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach Israel.
Der Gast begann das Gespräch mit einer persönlichen Einordnung: Seine Kindheits- und Familiengeschichte, die Fluchtwege der Verwandten und die Lücken, die das Schweigen in der Familie hinterlassen hat. „Meine Mutter hat kaum über die Vergangenheit gesprochen“, berichtete Herr Stern. Vieles habe er erst durch eigene Recherche und durch Nachfrage bei Verwandten erfahren müssen.
Jüdisches Leben in Deutschland, so erläuterte Herr Stern, ist vielfältig organisiert. Er nannte die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) mit ihrer Vorsitzenden Frau Knobloch sowie die liberale jüdische Gemeinde, die derzeit unter anderem den Bau einer Synagoge plant. Herr Stern selbst feiert einige jüdische Festtage pro Jahr — etwa vier- bis fünfmal — und reist hierfür auch nach München.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war Israel. Herr Stern berichtete von seinen Besuchen dort — erstmals nach dem Sechstagekrieg — und zeigte den Schülerinnen und Schülern mit einer Karte die räumliche Dimension: Israel sei ungefähr so groß wie das deutsche Bundesland Hessen. Auf die Frage, ob er nach Israel auswandern würde, antwortete er deutlich mit „Nein“: Das Leben dort sei sehr teuer, und die Sicherheitslage belaste den Alltag. Die Menschen müssten häufig in Luftschutzräume flüchten, weil es immer wieder Bombenangriffe gebe.
Religiöse Praxis und Lebensregeln kamen ebenfalls zur Sprache. Die Schülerinnen und Schüler wollten zum Beispiel wissen, ob Schweinefleisch erlaubt sei — Herr Stern verneinte dies. Er erläuterte die Regeln zur koscheren Schlachtung, die völliges Ausbluten des Tieres verlange, und erklärte, dass bestimmte Fische ohne Schuppen sowie Krebstiere wie Garnelen nicht gegessen werden dürfen.
Die politische Lage und das Sicherheitsgefühl jüdischer Menschen in Deutschland waren ein sensibles Thema. Herr Stern sagte, er trage in der Öffentlichkeit keine Kippa, weil er Anfeindungen fürchte und nicht provozieren wolle. Konkrete Angriffe habe er persönlich bislang nicht erfahren, dennoch müssten größere Treffen der jüdischen Gemeinde in München immer unter Polizeischutz stattfinden. Er unterstrich, wie wichtig es sei, wachsam zu bleiben und sich für demokratische Werte einzusetzen.
Ein zentrales Anliegen von Herrn Stern war die Erinnerungskultur: „Es darf sich nicht wiederholen“, betonte er. Schülerinnen und Schüler motivierte er, sich aktiv für Demokratie und gegen Rechtsextremismus einzusetzen — zum Beispiel durch Teilnahme an Demonstrationen und durch öffentliches Zeichen-Setzen.
Auch der schulische Umgang mit der NS-Zeit war Thema. Herr Stern erinnerte daran, dass während seiner eigenen Schulzeit kaum über Entnazifizierung oder die NS-Verbrechen gesprochen worden sei. Heute sei die NS-Zeit fester Bestandteil des Lehrplans — eine wichtige Entwicklung, die helfen könne, historische Verantwortung zu vermitteln.
Im Anschluss an den Vortrag besuchten die Klassen gemeinsam die Anne-Frank-Ausstellung in der Schulaula. Diese bot den Schülerinnen und Schülern vertiefende Einblicke in das Leben und Schicksal jüdischer Menschen während der NS-Zeit.


Die Veranstaltung und die Ausstellung wurde von Frau Naaf initiiert: Sie hatte Herrn Stern zur Staatlichen FOS Regen eingeladen und die Gesprächsrunde organisiert. Zum Ende des Besuchs dankte Frau Naaf Herrn Stern persönlich für sein Kommen und überreichte ihm ein kleines Dankeschön als Zeichen der Wertschätzung.
Das Gespräch und der anschließende Ausstellungsbesuch hinterließen bei den Schülerinnen und Schülern einen nachdenklichen Eindruck. Daniel Sterns Berichte aus persönlicher Erfahrung halfen, abstrakte historische Fakten mit einem konkreten menschlichen Schicksal zu verbinden. Die Veranstaltung machte deutlich: Erinnerung ist nicht nur Vergangenheit, sondern Verpflichtung für die Gegenwart.

Prof. Schulte vor Schülern

TH Deggendorf und FOSBOS Regen: Orientierung für den nächsten Schritt

Die langjährige Kooperation zwischen der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) und der FOSBOS Regen wurde auch in diesem Schuljahr erfolgreich fortgesetzt. Schulleiter Andreas Loibl begrüßte dazu erneut Prof. Dr. Stefan Schulte, der den Schülerinnen und Schülern der 11. Jahrgangsstufe wertvolle Einblicke in Studium und Berufsleben gab.
Prof. Schulte kennt den Bildungsweg der FOS aus eigener Erfahrung. Nach seinem Abschluss an einer Fachoberschule führten ihn das Studium an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften und einer Universität, Promotion sowie Tätigkeiten in der Wirtschaft schließlich an die TH Deggendorf. Diese vielfältigen Erfahrungen machten seinen Vortrag besonders praxisnah und authentisch.
Im Vorfeld konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Fragen anonym einreichen. Themen waren unter anderem Studienwahl, Zulassungsvoraussetzungen, Auslandssemester, Partnerhochschulen sowie die Entscheidung zwischen Berufsausbildung, FOS 13, Hochschule für angewandte Wissenschaften oder Universität. Prof. Schulte beantwortete die Fragen offen, anschaulich und mit vielen persönlichen Erfahrungen, die den Jugendlichen wertvolle Orientierung für ihren weiteren Bildungsweg gaben.
Stellvertretende Schulleiterin Annette Bauer bedankte sich herzlich bei Prof. Dr. Schulte für sein langjähriges Engagement und die enge Zusammenarbeit mit der TH Deggendorf.


Foto: Prof. Dr. Stefan Schulte (TH Deggendorf) informierte die Schülerinnen und Schüler der FOSBOS Regen über Studienmöglichkeiten und den Übergang von der Schule an die Hochschule.