Jetzt ist es geschafft - Berufsschule Regen verabschiedet 95 Absolventen ins Berufsleben
Schulleben Berufsschule
Markus Wallner, ständiger Vertreter des Schulleiters, hat zur Abschlussfeier der Berufsschule Regen am Donnerstagnachmittag alle Ehrengäste begrüßt und den 95 Absolventen herzlich gratuliert, bevor evangelischer Pfarrer Matthias Schricker und katholischer Pfarrer Marco Stangl um den Segen Gottes für die Absolventen baten. „Noten sagen nichts über soziale Fähigkeiten, Hilfsbereitschaft oder Empathie aus“, meinte
Stangl, „das Wichtigste steht nicht auf Papier, denn das sind die Erfahrungen, die Freundschaften und der Mut.“ Er berief sich auf den Propheten Jeremia: „Ich gebe euch Hoffnung, Zukunft. Geht euren Weg. Gott geht mit euch.“ Dem schloss sich Landrat Ronny Raith an: „Es ist ein besonderer Tag, an dem eure Leistungen und euer Einsatz gewürdigt werden. Das Zeugnis ist ein Meilenstein für eure Zukunft. Lasst euch nicht abschrecken von der derzeit negativen Stimmung, die mit Händen greifbar ist. Ihr habt allen Grund, positiv und erwartungsvoll in die Zukunft zu schauen.“ Keine KI und kein Trend werde sie ersetzen, rief Raith den jungen Leuten zu: „Ihr werdet gebraucht. Legt die Hände nicht in den Schoß, sondern ergreift die Möglichkeiten und seid stolz auf euch.“
Auch Regens 2. Bürgermeisterin Sabrina Laschinger fand, dass die Absolventen allen Grund haben, auf sich stolz zu sein. „Gut ausgebildete Fachkräfte werden gebraucht. Ihr stärkt die Betriebe, ihr ermöglicht Innovationen. Ihr gestaltet die Zukunft in der Stadt und im Landkreis.“
Landtagsabgeordneter Stefan Ebner lobte die Schüler für ihr Durchhaltevermögen, mit dem sie es durch emotionale Höhen und Tiefen schafften: „Menschen, die anpacken, sind für uns so wichtig!“ Er wünschte ihnen viel Freude bei der Arbeit, denn das sei die Grundvoraussetzung für Erfolg und Wohlgefühl. Er hoffe, dass sie Verantwortung in der Gesellschaft, die von Spaltung geprägt ist, übernehmen, wünschte ihnen die Kraft, die
Gesellschaft zusammenzuhalten, was der Kern einer funktionierenden Demokratie sei. Franz Xaver Birnbeck, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer, fasst die Ausbildung zusammen: Fleiß, Können, Kaffee, schlaflose Nächte, Energydrinks, Nervennahrung. „Sie haben sich Ihr Ziel erarbeitet, nicht aufgegeben trotz der Anstrengung. Sie haben Rückschläge ausgehalten, Geduld gelernt und mehr geschafft, als sich mancher zugetraut hat. Sie sind jetzt Problemlöser, Teamplayer, die die Wirtschaft am Laufen halten. Fachkräfte sind so rar wie ein schattiger Platz im Biergarten“, meinte er und machte deutlich, dass Unternehmen Geld, Zeit, Vertrauen und Geduld in die Absolventen investiert hatten.
Nach einer musikalischen Einlage von Lehrer Alexander Meindl mit den Schülern Tom Gigl und Jonathan Löfflmann sprach Schulleiter Andreas Loibl. „Jetzt ists geschafft,“ begann er. Die Absolventen hätten sich in Praxis und Theorie engagiert – in Zeiten, in denen Diskussionen um
Rente, Vier-Tage-Woche, Work-Life-Balance und Teilzeit im Fokus stehen. Zudem werde die KI zu Spannungsfeldern mit der wirtschaftlichen Realität führen. Loibl ermutigte die Absolventen, Gestalter der Gesellschaft zu sein. „Es ist wie im Fußball. Nur auf dem Platz stehen reicht nicht.
Man muss den Ball annehmen, wenn man nicht ausgetauscht werden will.“ Die Rede des Absolventensprechers Niklas Reinke war kurz und knackig. Er erzählte, dass die Klasse immer kleiner wurde und „das Antwortspektrum gerade morgens sehr gering war“, berichtete vom Erreichen des Kundenführerscheins und der Kundenbindung, oder Kundenbändigung. „Im Einzelhandel erlebt man täglich etwas, das einen den Glauben an die
Menschheit verlieren lässt“, lachte er und bekam riesigen Beifall für seine pointierte Rede, dann wurden die Zeugnisse verteilt und der offizielle Teil beendet.



















