Von der Pflicht zur Kür – Berufsschule ermöglicht Zusatzqualifikation schon in der Ausbildung
Schulleben Berufsschule
Was gehört zur Pflicht, was zur Kür in der Ausbildung an der Berufsschule? Im Rahmen des Schulversuchs „clever clustern – gut vernetzt in den Beruf“ verfolgt die Berufsschule Regen das Ziel, neben den für den jeweiligen Ausbildungsberuf zentralen Lerninhalten auch überfachliche Kompetenzen zu vermitteln und zusätzliche Qualifizierungsangebote zu schaffen.
Die beiden Projektlehrkräfte Georg Klein und Franz-Josef Neumaier entwickelten dazu ein Konzept, bei dem Schülerinnen und Schüler aus den drei beruflichen Fachrichtungen Metalltechnik, Bau/Holz sowie Lagerlogistik ein Hallenkrantraining in einer virtuellen Lernumgebung absolvieren konnten. Nach den vorbereitenden Lerneinheiten stand die praktische Prüfung zum Erwerb des Hallenkranführerscheins auf dem Programm.
Die notwendige Hard- und Software – eine digitale Kranflasche in Verbindung mit einer VR-Brille – wurde von der TÜV SÜD Akademie zur Verfügung gestellt. So konnten die Auszubildenden zunächst virtuell im Klassenzimmer üben, verschiedene Parcours durchfahren und sich zugleich die theoretischen Lerninhalte aneignen, die für das sichere Bedienen eines Hallenkrans erforderlich sind. Auch die schriftliche Prüfung wurde an der Berufsschule Regen abgelegt.
Für die abschließende praktische Prüfung konnten die verantwortlichen Lehrkräfte auf die langjährige und bewährte Zusammenarbeit mit der Firma Rodenstock im Rahmen der Lehrlingsausbildung zurückgreifen. Die dortigen Ausbildungsbetreuer Dominik Wurzer und Jonas Weinfurtner organisierten den Prüfungsdurchlauf an einem der firmeneigenen Brückenkräne. Abgenommen wurde die Prüfung von Stefan Schnitzbauer vom TÜV SÜD. Er bewertete die Kenntnisse und Fertigkeiten der Teilnehmenden, unter anderem die korrekte Lastaufnahme sowie das sichere Fahren durch einen Parcours.
Auch der Schulleiter des Berufsschulzentrums Regen, Oberstudiendirektor Andreas Loibl, überzeugte sich vor Ort von der gelungenen Lernortkooperation mit der Firma Rodenstock und begleitete die Durchführung der praktischen Prüfung.
Zur Freude aller Beteiligten bestanden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Prüfung. Damit erwarben sie ein Zertifikat, das sie zum Bedienen von Hallenkranen berechtigt – eine Zusatzqualifikation, die ihnen bereits während der Ausbildung einen konkreten beruflichen Mehrwert bietet.
Von allen Seiten wird die Fortführung dieses Angebots ausdrücklich begrüßt. Sowohl Schule als auch Ausbildungspartner sehen darin eine willkommene Erweiterung der Kompetenzen der Auszubildenden. Mit dem Bezug des neuen Schulgebäudes im Frühjahr des kommenden Jahres kann die Zusammenarbeit künftig sogar in unmittelbarer Nachbarschaft fortgesetzt werden.


















