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Schulleben Berufsschule

Sandkastenkriege – Ein Theaterstück über die Wurzeln von Konflikten

Im Rahmen von „Schule ohne Rassismus“ führte das Ue Theater aus Regensburg das Stück „Sandkastenkriege“ auf – eine eindrucksvolle Inszenierung, die zeigt, wie schnell Streit entstehen und eskalieren kann, wenn Kommunikation und Empathie fehlen.
Die Handlung beginnt scheinbar harmlos: Kinder spielen gemeinsam im Sandkasten, bauen zusammen Flöße und Kanäle. Doch aus einem kleinen Streit, wie zum Beispiel um genug Raum im Sandkasten und um ausreichend nassen Sand, entspinnt sich ein handfester Konflikt. Spielerisch, aber mit zunehmender Intensität, stellten die beiden Schauspieler, Freya-Maria Müller und Adrian Algasinger dar, wie Missverständnisse, Machtansprüche und fehlende Rücksichtnahme zu Auseinandersetzungen führen können – im Kleinen wie im Großen.
Das Stück, welches dankenswerterweise vom Amt für Chancengleichheit finanziell unterstützt wurde, schlägt eine Brücke zur Realität der Schülerinnen und Schüler: Wo entstehen in unserem Alltag Spannungen? Warum fällt es manchmal so schwer, Kompromisse zu finden? In kleinen Szenen werden Ursachen wie Egoismus, Gruppenzwang oder mangelnde Gesprächsbereitschaft aufgegriffen und reflektiert. Die beiden Schauspieler veranschaulichten dies sehr gut, durch die Bildung von zwei Gruppen, wie leicht man sich für eine Seite entscheidet und ein starkes Überlegenheitsgefühl entwickelt.
Berührend ist vor allem die Suche nach einer Lösung. Die Kinder – nun etwas älter und reifer – kehren in den Sandkasten zurück und erkennen, dass jeder Konflikt auch eine Chance bietet. Indem sie einander zuhören, Verantwortung übernehmen und gemeinsam Lösungen entwickeln, verwandelt sich der Sandkasten vom Schlachtfeld wieder in einen Ort des Miteinanders. Friedliche Lösungen durch Zusammenhalt können gelingen, was das Beispiel der Rettung der Juden in Dänemark im zweiten Weltkrieg zeigt.
„Sandkastenkriege“ will nicht nur unterhalten, sondern zum Nachdenken anregen. Es lädt dazu ein, im eigenen Leben hinzuschauen, wo Missverständnisse wachsen – und was jede und jeder Einzelne tun kann, um sie rechtzeitig zu lösen.
Eine Idee, Schüler als Streitschlichter einzusetzen kann zum Beispiel helfen, eine friedlichere Atmosphäre an Schulen zu schaffen
Ein starkes Stück über das menschliche Miteinander – simpel im Setting, tief in der Aussage.

„Lernort Staatsregierung“ - Fachoberschüler zu Besuch im Wirtschaftsministerium

Pünktlich um 7:00 Uhr machte sich die Klasse F12T am 18. März in Begleitung von Herrn Rechenmacher auf den Weg nach München zum Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, um an der Veranstaltung „Lernort Staatsregierung“ teilzunehmen.

Nach der Ankunft wurden die Schülerinnen und Schüler mit einer kleinen Brotzeit empfangen und erhielten eine Einführung in die Aufgaben des Ministeriums sowie in dessen Bereiche. Anschließend durften sie das Büro des stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger besichtigen und hatten zudem die Gelegenheit, zu einer Fragerunde mit Staatssekretär Tobias Gotthardt.

Nach einem kleinen Spaziergang entlang der Prinzregentenstraße erreichte die Gruppe die Staatskanzlei, den Arbeitsplatz von Ministerpräsident Markus Söder. Nach dem Mittagessen folgte eine Führung durch das Kanzleigebäude. Im Kabinettssaal konnten die Schülerinnen und Schüler auf den Plätzen der Staatsminister Platz nehmen und einen kurzen Vortrag anhören.

Zurück im Wirtschaftsministerium wurde die Veranstaltung mit einem Quiz über die Inhalte des Tages abgeschlossen. Gegen 15:30 Uhr trat die Klasse schließlich die Rückfahrt nach Regen an.

Lisa Fischl, F12T

Referentin mit Teilnehmern

Wenn Zahlen zur Herausforderung werden – Fachvortrag zur Dyskalkulie am Beruflichen Schulzentrum Regen durch Dr. Esther Burkert

Am 5. März fand am Beruflichen Schulzentrum Regen ein Vortrag zum Thema Dyskalkulie statt. Als Referentin konnte Dr. Esther Burkert, Diplom-Psychologin und Dyskalkulietherapeutin, gewonnen werden. Zu den Teilnehmenden zählten die Fachschaft Mathematik der Fachoberschule, Lehrkräfte aus den BVJ- und BIK-Klassen sowie zwei Kolleginnen des Kooperationspartners, des Sonderpädagogischen Förderzentrums Viechtach teil.


Zu Beginn stellte Dr. Burkert kurz ihren beruflichen Werdegang vor. Im weiteren Verlauf des Vortrags forderte sie die Teilnehmenden immer wieder dazu auf, eigene Erfahrungen und Fragen einzubringen. Dabei wurde deutlich, dass die Berührungspunkte mit dem Thema – je nach Schulart und Schülergruppe – sehr unterschiedlich sind.
Dr. Burkert erläuterte zunächst, dass Dyskalkulie eine Teilleistungsstörung im Bereich des Rechnens ist, die nicht durch gewöhnliche schulische Tests festgestellt werden kann, sondern eine spezielle diagnostische Abklärung erfordert. Ein Schwerpunkt des Vortrags lag auf der Entstehung von Rechenschwierigkeiten, die häufig bereits im Kindergarten- oder frühen Grundschulalter beginnen, wenn grundlegende mathematische Basiskompetenzen nicht ausreichend aufgebaut werden.


Besonderes Interesse galt den Möglichkeiten der Unterstützung und Therapie sowie der Vernetzung mit entsprechenden Ansprechpartnern. Auch die psychische Belastung für Betroffene wurde gesondert thematisiert, da Schwierigkeiten mit Zahlen nicht nur im Mathematikunterricht auftreten, sondern auch viele Situationen im Alltag betreffen.


Zur Veranschaulichung arbeitete die Referentin mit Anschauungsmaterial und vielen Fallbeispielen aus ihrer eigenen Praxis. Der Vortrag bot wertvolle Einblicke in das Thema Dyskalkulie, stärkte das Verständnis für die Situation Betroffener und machte zugleich deutlich, welche Unterstützungs- und Therapiemöglichkeiten es gibt.

KFZ-Mechatroniker Auszubildende und Ausbildungsbetriebe bilden sich gemeinsam fort

Ein Baustein des Schulversuchs „clever clustern“ sind gemeinsame Fortbildungen, in der sowohl Schüler als auch Ausbildungsbetriebe teilnehmen können. Hierbei hat uns Herr Tisch von der Firma Liqui Moly unterstützt und am 11. Februar bei uns an der Schule eine Fortbildung mit dem Thema „Getriebespülung“ durchgeführt. Im ersten Theorieteil wurde den Teilnehmern aufgezeigt, wie wichtig es ist, eine Getriebespülung regelmäßig an Automatikgetrieben durchzuführen. Anschließend wurde mit dem Spülgerät eine solche durchgeführt. An zwei Schaugläsern des Gerätes konnten die Teilnehmer den Farbunterschied zwischen dem alten und dem neuen Getriebeöl erkennen. Bei einer abschließenden Probefahrt konnte man erhebliche Verbesserungen des Schaltverhaltens feststellen. Insgesamt fanden die Schüler und auch die Betriebe die Fortbildung als sehr aufschlussreich und interessant.

„Die Welt wartet nicht auf uns, sie braucht uns!“ – Abschlussfeier an der Kaderschmiede

Die Regener Berufsschule hat unter den 61 Absolventen 7 Staatspreisträger und einen mit dem Staatspreis für herausragende Leistungen
In feierlichem Rahmen überreichte am Freitag, dem 13. die Berufsschule Regen einmal den Staatspreis für herausragende Leistungen (Dominik Politzki mit 1,0 als Lagerlogistiker), Auszeichnungen für hervorragende Leistungen und Zeugnisse ihre 61 Absolventen. StDin Annette Bauer begrüßte die drei Landtagsabgeordneten Dr Stefan Ebner, Martin Behringer und Johann Müller neben Landrat Dr Ronny Raith, Regens Bürgermeister Andreas Kroner und IHK Vizepräsident Franz Xaver Birnbeck.
Raith gratulierte von Herzen und forderte auf, den beruflichen Werdegang in die eigene Hand zu nehmen, „nachdem Sie diesen bedeutenden Meilenstein als Basis für die Zukunft gemeistert haben. Ihr werdet alle gebraucht! Gestaltet unsere Heimat mit.“, forderte er auf, stolz auf die Leistung zu sein, die durch das Zeugnis manifestiert wurde.
Kroner bekam an der Berufsschule vor 20 Jahren selbst sein Abschlusszeugnis und er erinnerte, dass damals auf eine Lehrstelle unzählige Bewerbungen kamen. „Heute ist es eine ganz andere Situation auf dem Arbeitsmarkt.“ Immer wieder wird er bei Terminen auf den Fachkräfte- und Personalmangel angesprochen.
Ebner stellte klar: „Ohne Menschen wie euch würde unser Leben stillstehen. Ihr leistet einen wichtigen Beitrag, dass die Wirtschaft läuft. Die Technologie entwickelt sich weiter. Der Mensch bleibt unersetzlich.“ Er wünschte Mut, Neugier, Leidenschaft: „Habt ihr Freude bei dem, was ihr tut, stellt sich die Exzellenz eurer Arbeit ganz automatisch ein. Die Welt ändert sich schnell, saugt Neues auf und entwickelt es weiter. Ihr seid die Zukunft.“
Birnbeck bezeichnete es als Tag des Aufbruchs, nach vorne zu schauen, was noch komme. Der Geschäftsführer der Firma Langer weiß um den Wert der Ausbildung. Vor zehn Jahren waren es noch 13 % mehr Fachkräfte, die ihr Zeugnis bekamen. „Sie werden weniger,“ lachte er, „nicht bezüglich eurer körperlichen Fülle, sondern in eurer Anzahl als Leistungsträger im Bildungssystem. Fachkräfte sind heute so begehrt wie ein Parkplatz vor der Haustür in München. Die Herausforderungen der Wirtschaft und der Veränderung der Zeit ist nicht gemütlich. Schaltet das Hirn ein und krempelt die Ärmel hoch. Schwierige Zeiten sind gute Zeiten für gute Leute. Wer sein Zeugnis am Freitag, dem 13. Bekommt, der schafft alles!“, zwinkerte er.
Der Schulleiter des beruflichen Schulzentrums OStD Andreas Loibl freute sich, das „Ergebnis harter Arbeit und viel Engagement“, nämlich das Zeugnis, austeilen zu dürfen. „Ihr habt Herausforderungen angenommen, fachliches Wissen, Kompetenz, Teamfähigkeit und Durchhaltevermögen in den verschiedensten Berufen bewiesen. Ihr habt Hürden und Rückschläge überwunden und nicht aufgegeben.“, lobte er seine Schüler stolz und herzlich. Die wirtschaftlichen Bedingungen seien angespannt, schwierig und herausfordernd. „Verliert das Ziel nicht aus den Augen und bleibt dran. Ab heute seid ihr auf dem Anfang einer spannenden Reise. Es stehen euch alle Wege offen: in die Selbstständigkeit, ins Studium oder in weiteres Lernen. Übernehmt Verantwortung!“
Zwischen den einzelnen Rednern lockerten die Schüler Tom Gigl und Jonathan Löfflmann mit Lehrer Alexander Meindl das Programm musikalisch auf.
Die Schülersprecher erzählten von den Ausbildungsjahren. Lea Schuhbaum erzählte sowohl von lustigen Momenten, als auch solchen, „als beide Parteien am liebsten den Raum verlassen hätten“. Sie dankte den Lehrern und Ausbildern und machte bewusst, wie sich manche Schüler verändert haben. „Sie sind gewachsen und selbstbewusster geworden. Ohne Humor, Zusammenhalt, Augen zu und durch wäre es teils nicht möglich gewesen.“ Sie dankte den Menschen, „die uns prägten, stärkten und uns an selbst glauben ließen. Jetzt schreiben wir ein neues Kapitel. Die Welt liegt vor uns.“
Miriam Huke verglich die Schulzeit und Lehrzeit humoristisch und gelungen mit der Inspektion eines Autos. Die Kfz Mechatronikerin erzählte von dreieinhalb Jahren Durchhaltevermögen, wenn Theorie und Praxis aufeinanderprallen. Sie dankte allen, die sie „als junge Erwachsene ernst genommen und als Menschen gesehen haben.“ Jetzt hat sie den frischen TÜV in der Tasche. „Die Welt wartet nicht auf uns, sie braucht uns!“, startet sie siegesgewiss in die Zukunft.
Johanna Kerschl und Veronika Wanninger blickten zurück auf Ausflüge, Betriebsbesichtigungen und Lehrjahre, aber auch die Zwischenprüfung, die zu 40 % zur Abschlussnote zählt und wie viel Mitschüler sie im Laufe der Jahre verloren haben.