Die Berufsschule Regen hat von der Beringer GmbH einen Verbrennungsmotor sowie zwei Getriebe für Schulungszwecke erhalten: ein Hybridgetriebe mit integriertem Elektromotor und ein stufenloses CVT Automatikgetriebe. Damit können zentrale Ausbildungsinhalte von der Motormechanik bis zur E Mobilität noch praxisnäher vermittelt werden. Schulleiter OStD Andreas Loibl und Fachoberlehrer Bernhard Pirkl bedankten sich für die wertvolle Unterstützung. Die Übergabe erfolgte durch Sandra Beringer und Serviceleiter Patrick Schwarz. Mit der Spende setzt die Beringer GmbH ein starkes Zeichen für die Verzahnung von Schule und Betrieb. Die neuen Schulungsobjekte werden ab dem kommenden Schuljahr in mehreren Lernfeldern eingesetzt – von der Motormechanik über Automatikgetriebe bis hin zu Grundlagen der Hochvolt- und Hybridtechnik. So leistet die Kooperation einen direkten Beitrag zur zukunftsorientierten Qualifizierung der Kfz Mechatronikerinnen und Kfz Mechatroniker von morgen.
Die Naturpark-Umweltstation hat im Januar 2026 ein Jahresprojekt im Rahmen der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) gestartet. Titel: „Ich.Wir.Natur – ein nachhaltiges Mosaik. Miteinander Lernen für Biodiversität und Kulturelle Vielfalt“. Ziel ist es, lokale Partnerschaften im Sinne eines nachhaltigen Miteinanders zu schaffen und auszubauen. Dabei werden Fragen gestellt wie: „Wie können wir gemeinsam nachhaltig für den Erhalt von Biodiversität wirtschaften?“ und „Welche Netzwerke braucht es dazu?“. Es werden Wertschöpfungsketten beleuchtet und gezielt Fachwissen zum Einsatz gebracht, um jungen Erwachsenen Orientierung an die Hand zu geben. Sie können vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen ihre eigene Lebenswelt untersuchen: „Wie kann ich durch oder im Rahmen meiner Berufswahl und Orientierung eine lebenswerte Zukunft mitgestalten?“ In diesem Rahmen fand eine Kooperation mit der Berufsschule Regen mit den Klassen Metalltechnik und Schreinerwesen statt. Zu Beginn des Jahres wurde bei einem Einführungstag an der Berufsschule die Bedeutung der 17 Nachhaltigkeitsziele vermittelt. Die Jugendlichen konnten spielerisch selbst über eigene Werte und Zielkonflikte reflektieren. Aktiv selbst entscheiden und gestalten durften die Jugendlichen im Unterricht bei der Umsetzung von folgendem Auftrag: „Erstellt für die Handmahd zur Förderung der Artenvielfalt einen Amboss und einen Dengelstock mit Sitzgelegenheit. Achtet auf die Verwendung von Ressourcen aus nachhaltigen Quellen.“ Für die Schreinerklasse lautete der Auftrag ähnlich, nur sollten diese die Sitzgelegenheit aus Holz anfertigen. Dazu war auch freie, unangeleitete Kommunikation zwischen den Klassen notwendig, was die Schüler direkt an die Herausforderung heranführte, die im echten Leben bei dem Zusammenwirken von unterschiedlichen Gewerken entsteht. Fachwissen, Recherche, Kritikfähigkeit, Genauigkeit und besonders soziale Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit waren hier gefragt. Daraus durften die Schüler dann selbst wie im echten Berufsleben üblich ein Pflichtenheft, eine Skizze, die technische Zeichnung und bevor es an die Fertigung ging, einen Arbeitsplan erstellen. Neben Frustration über Dinge, die nicht so leicht umzusetzen waren, erlebten die Schüler auch das Gegenteil: Die große Freude und Spannung, wenn endlich alles fertig ist und getestet werden kann. Die Ergebnisse konnten sich am Ende sehen lassen. Schließlich war der große Tag des Einsatzes der selbst erstellten Ambosse und Dengelstöcke gekommen. Zu diesem Praxistag im Areal der Seebachschleife von Dipl. Ing. Christoph Pfeffer war ein Experte eingeladen, der sich seit Jahrzehnten der Sensenmahd und dem Dengeln, nebst der geschichtlichen Entwicklung unterschiedlicher Sensen und Ambosse, widmet. Georg Zellner gibt seit Jahren Sensen- und Dengelkurse für den Naturpark und hat selbst ein großes Areal, das er nur mit der Sense pflegt. Nach einer Begrüßung durch die Projektleiterin der Umweltstation Bayerisch Eisenstein, Christina Frank, wurde im Areal um die „Alte Schleif“ in der Seebachschleife nach der theoretischen Einführung unter der Anleitung von Georg Zellner in kleinen Teams gedengelt, gewetzt und gemäht. Im Mittelpunkt stand dabei die Tauglichkeit der eigenen, extra mitgebrachten Werkstücke aus der Berufsschule. Zum Austausch über den Prozess des Projektes, besonders dem eigenen Wirken der Schüler, wurde ein gemeinsames Feuer aus einem Funken entzündet, wobei man wieder beim Thema war, porös geschmiedetes Eisen. Dass Dengeln im Grunde ein kalter Schmiedeprozess ist, wurde von den Schülern erkannt. Auch die Tiere und Pflanzen, die direkt von der Sensenmahd profitieren, waren Thema des Praxistages. Tatsächlich fanden sich auf der Wiese neben der Schleif mehrere Flecken der Heidenelke, die man eigens zum Abblühen stehen ließ. Besondere Freude hatten an dem bunten Treiben nicht nur erstaunte Nachbarn „Wos, maht’s es do wieda mit da Sengsd?“, sondern Christoph Pfeffer, der mit den schönen Schlussworten den Tag auf den Punkt brachte. „Am besten war heid die Gemeinschaft! Wenn verschiedene, gschickte Leid aus unterschiedlichen Gewerken zammhejfand, dann is so vej möglich: Metall und Hoiz. Do geht ebbs weida.“ Gedankt wurde vom stellvertretenden Schulleiter der Berufsschule, Markus Wallner, nicht nur den findigen Initiatoren des Projektes, Berufsschullehrer Georg Klein und Christina Frank von der Umweltstation, sondern auch den anderen mitwirkenden Lehrern, die mit viel Feingefühl den Schülern eigenen Handlungsspielraum gewährt hatten. Allgemeine Zustimmung fand der Beschluss, die Zusammenarbeit zwischen der Naturpark Umweltstation, der Berufsschule und der Seebachschleife zu verstärken und das gemeinsame Mähen jedes Jahr um die „Alte Schleif“ einzuführen. Begegnen kann man den Akteuren des Nachhaltigkeits-Projektes bei der großen Abschlussveranstaltung im Landwirtschaftsmuseum in Regen am 17. Oktober bei der Fachtagung „Nachhaltig wirtschaften – was bedeutet das?“ von 10 bis 16.30 Uhr. Dort wird neben einzelnen Fachvorträgen und Workshops zum Thema der Dokumentarfilm „Tian“ (deutsch: tun) des Südtiroler Filmemacher-Duos „Farmfluencers of South Tyrol“ gezeigt und live mit dem Kameramann Tom Schäfer diskutiert. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird beim Naturpark unter 09922-802480 gebeten, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.
Markus Wallner, ständiger Vertreter des Schulleiters, hat zur Abschlussfeier der Berufsschule Regen am Donnerstagnachmittag alle Ehrengäste begrüßt und den 95 Absolventen herzlich gratuliert, bevor evangelischer Pfarrer Matthias Schricker und katholischer Pfarrer Marco Stangl um den Segen Gottes für die Absolventen baten. „Noten sagen nichts über soziale Fähigkeiten, Hilfsbereitschaft oder Empathie aus“, meinte Stangl, „das Wichtigste steht nicht auf Papier, denn das sind die Erfahrungen, die Freundschaften und der Mut.“ Er berief sich auf den Propheten Jeremia: „Ich gebe euch Hoffnung, Zukunft. Geht euren Weg. Gott geht mit euch.“ Dem schloss sich Landrat Ronny Raith an: „Es ist ein besonderer Tag, an dem eure Leistungen und euer Einsatz gewürdigt werden. Das Zeugnis ist ein Meilenstein für eure Zukunft. Lasst euch nicht abschrecken von der derzeit negativen Stimmung, die mit Händen greifbar ist. Ihr habt allen Grund, positiv und erwartungsvoll in die Zukunft zu schauen.“ Keine KI und kein Trend werde sie ersetzen, rief Raith den jungen Leuten zu: „Ihr werdet gebraucht. Legt die Hände nicht in den Schoß, sondern ergreift die Möglichkeiten und seid stolz auf euch.“ Auch Regens 2. Bürgermeisterin Sabrina Laschinger fand, dass die Absolventen allen Grund haben, auf sich stolz zu sein. „Gut ausgebildete Fachkräfte werden gebraucht. Ihr stärkt die Betriebe, ihr ermöglicht Innovationen. Ihr gestaltet die Zukunft in der Stadt und im Landkreis.“ Landtagsabgeordneter Stefan Ebner lobte die Schüler für ihr Durchhaltevermögen, mit dem sie es durch emotionale Höhen und Tiefen schafften: „Menschen, die anpacken, sind für uns so wichtig!“ Er wünschte ihnen viel Freude bei der Arbeit, denn das sei die Grundvoraussetzung für Erfolg und Wohlgefühl. Er hoffe, dass sie Verantwortung in der Gesellschaft, die von Spaltung geprägt ist, übernehmen, wünschte ihnen die Kraft, die Gesellschaft zusammenzuhalten, was der Kern einer funktionierenden Demokratie sei. Franz Xaver Birnbeck, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer, fasst die Ausbildung zusammen: Fleiß, Können, Kaffee, schlaflose Nächte, Energydrinks, Nervennahrung. „Sie haben sich Ihr Ziel erarbeitet, nicht aufgegeben trotz der Anstrengung. Sie haben Rückschläge ausgehalten, Geduld gelernt und mehr geschafft, als sich mancher zugetraut hat. Sie sind jetzt Problemlöser, Teamplayer, die die Wirtschaft am Laufen halten. Fachkräfte sind so rar wie ein schattiger Platz im Biergarten“, meinte er und machte deutlich, dass Unternehmen Geld, Zeit, Vertrauen und Geduld in die Absolventen investiert hatten. Nach einer musikalischen Einlage von Lehrer Alexander Meindl mit den Schülern Tom Gigl und Jonathan Löfflmann sprach Schulleiter Andreas Loibl. „Jetzt ists geschafft,“ begann er. Die Absolventen hätten sich in Praxis und Theorie engagiert – in Zeiten, in denen Diskussionen um Rente, Vier-Tage-Woche, Work-Life-Balance und Teilzeit im Fokus stehen. Zudem werde die KI zu Spannungsfeldern mit der wirtschaftlichen Realität führen. Loibl ermutigte die Absolventen, Gestalter der Gesellschaft zu sein. „Es ist wie im Fußball. Nur auf dem Platz stehen reicht nicht. Man muss den Ball annehmen, wenn man nicht ausgetauscht werden will.“ Die Rede des Absolventensprechers Niklas Reinke war kurz und knackig. Er erzählte, dass die Klasse immer kleiner wurde und „das Antwortspektrum gerade morgens sehr gering war“, berichtete vom Erreichen des Kundenführerscheins und der Kundenbindung, oder Kundenbändigung. „Im Einzelhandel erlebt man täglich etwas, das einen den Glauben an die Menschheit verlieren lässt“, lachte er und bekam riesigen Beifall für seine pointierte Rede, dann wurden die Zeugnisse verteilt und der offizielle Teil beendet.
Mit einem praxisnahen und lebendigen Workshop hat die Trainerin Frau Stocker den Auszubildenden im E Commerce und Dialogmarketing gezeigt, wie wichtig professionelle Berufsetikette im modernen Arbeitsumfeld ist. Schon zu Beginn wurde deutlich: Berufsetikette ist weit mehr als „Bitte“ und „Danke“. Frau Stocker zeigte den Schülerinnen und Schülern, wie sehr Auftreten, Körpersprache und Kommunikationsstil darüber entscheiden, wie man im Unternehmen, beim Kunden oder im Team wahrgenommen wird. Mit praxisnahen Beispielen aus dem E Commerce und Dialogmarketing machte sie klar, wie wichtig ein professionelles Verhalten in digitalen und persönlichen Kontaktpunkten ist – vom ersten Telefonat über die E Mail Korrespondenz bis hin zum Kundengespräch. Der Workshop war nicht nur informativ, sondern auch ein wertvoller Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Auszubildenden. Viele nahmen konkrete Tipps mit, die sie sofort im Betrieb anwenden können. Die Berufsschule Regen bedankt sich herzlich bei Frau Stocker für den inspirierenden Workshop und die praxisnahe Vermittlung eines Themas, das im modernen Berufsleben unverzichtbar ist.
Den letzten Schultag ließen wir, die Abschlussschüler der Klasse EH 12 auf einer besondere Abschlusstour ausklingen: Eine gemeinsame Wanderung zum idyllisch gelegenen Schwellhäusl im Nationalpark Bayerischer Wald! Begleitet von unserer Klassenleiterin Frau Loibl, genossen wir nicht nur die frische Waldluft, sondern auch die Gelegenheit, das Schuljahr in entspannter Atmosphäre ausklingen zu lassen. Vom Parkplatz Deffernik aus, starteten wir eine gemütliche Wanderung durch die Waldlandschaft und erreichten nach einer Stunde das Schwellhäusl, wo eine gemeinsame Einkehr auf dem Programm stand. Bei kühlen Getränken und einer kleinen Stärkung blieb viel Zeit für Gespräche, Erinnerungen und den ein oder anderen Ausblick auf die bevorstehende mündliche Prüfung, die Abschlussfeier und weiteren berufliche Pläne. Für den Rückweg wählten wir dann den Wanderweg entlang des Schwellbachs, wieder zurück zum Parkplatz führte. Wir alle sind uns einig, dass die Wanderung ein gelungener Abschluss einer gemeinsamen Zeit an der Berufsschule Regen war!